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gesammelt. Um 20.45 ist er im Stadi-

on gelandet. Die Zuschauer waren total

begeistert und hielten es für von langer

Hand geplant - und wir haben Blut und

Wasser geschwitzt… Am Ende wurde

das Rennen eine Supershow, und die

Amis haben im letzten Lauf knapp ge-

wonnen.

Aha, von einem Hubschraubereinsatz

hatten wir schon mal gehört, das war

ja wirklich spannend für alle Beteilig-

ten!

Das war nicht der einzige. 1986 hatte

der Georg Hack sein Abschiedsrennen.

Der ließ sich als Fahrer auf dem Motor-

rad, unten am Hubschrauber hängend,

ins Stadion einfliegen. Wäre beinahe

schiefgegangen, weil bei der Probe am

Vormittag das Motorrad da unten dran

ins „Trudeln“ kam und mit einem zusätz-

lichen Seil stabilisiert werden musste.

Aber das war schon auch eine tolle Sa-

che – alle anderen Fahrer waren da, nur

der Schorsch fehlte, und dann flog er am

Hubschrauber hängend ins Stadion ein….

Wann waren Sie schon mal dem Herz-

infarkt nahe, oder gab es da mehrere

Gelegenheiten?

Na das nicht direkt, aber es gab schon

Situationen, die spannend waren. 1997

war GP in Landshut, im Juli, gleichzeitig

war auch Landshuter Hochzeit. Da war

schon alleine die Unterbringung der

Fahrer eine Herausforderung, sie waren

auf Hotels bis nach Erding verstreut.

Am Samstagmittag fing es dann heftig

an zu regnen, und im Endeffekt mussten

wir die Veranstaltung absagen, weil die

Fahrer streikten. Ersatztermin war zwar

gleich der darauffolgende Sonntag, aber

trotzdem fuhren von den 26 Bussen mit

Zuschauern aus Polen 21 wieder ab, die

gerieten auf der Rückfahrt dann noch

ins Oderhochwasser, das bedeutete, für

die Nachholveranstaltung fehlten dann

schon mal 21 Busse mit je 50 Zuschau-

ern. Das war schon ein riesiger Aufwand

für alle im Verein, das Rote Kreuz usw.,

eben weil ja parallel noch die Landshu-

ter Hochzeit lief. Da war plötzlich so viel

auf einmal kurzfristig zu erledigen - eine

immense nervliche Belastung, weil man

in solchen Fällen als Verantwortlicher

auch mal schnell ganz alleine dasteht.

Die Polen, die dageblieben waren, hatten

dann erst noch mächtig Party gemacht

in ihrer Begeisterung für Tomasz Gollob,

als der dann aber beim Rennen Letzter

wurde, war das auch nicht gerade ange-

nehm.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situati-

on des AC Landshut ein? Wo geht die

Reise hin, was ist anders als früher, was

war früher besser und was heute?

In der Vergangenheit war das Zuschau-

eraufkommen wesentlich besser. Heute

haben die Leute ja viel mehr Möglich-

keiten zur Freizeitgestaltung. Früher

haben die Leute kaum selbst aktiv Sport

gemacht und gingen zu Sportveranstal-

tungen, während es heute schwierig ist,

die Leute ins Stadion zu bringen. Damals

musste man nur die Türe aufsperren und

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